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Hi Leute, 

mein name ist Abija und ich zeige euch heute, wie man saubere und professionelle Vocals hinbekommt und gebe euch ein paar Tipps zum Mixing generell. Ich selber mische Songs schon seit über 10 Jahren und hoffe ich kann euch jetzt ein bisschen mit euren Songs weiterhelfen. 

Was ist Vocal Mixing?

Man kann seine Stimme aufnehmen und auf einen Beat legen, aber sehr wahrscheinlich wird es dann noch nicht so dick und professionell klingen, wie bei den großen Rappern. 

Danach sollte man die Stimme noch bearbeiten. Und diese Bearbeitung nennt sich „Vocal-Mixing“. Das heißt: wie gut ist deine Stimme in den Beat eingearbeitet. 

Also mal vorab, dieser Post wird kein mega Deep-Dive ins Mixing, weil dieses Thema wirklich riesig ist und auch sehr viel Zeit und Erfahrung in Anspruch nimmt. Dieses Tutorial ist auch nicht für Superreiche gemacht, die sich die teuersten Programme und Plug-Ins leisten können, sondern für Musiker und Producer, die vielleicht nur ein kleines Budget haben oder gerade erst anfangen. 

Ich werde euch Schritt für Schritt durch ein korrektes Recording führen, denn wenn man seine Stimme schlecht aufnimmt, wird es im Mixing schwieriger, die Stimme gut klingen zu lassen. Viele Engineers sagen dazu: „SHIT IN – SHIT OUT“ PRINZIP.

WAS BRAUCHEN WIR FÜR RECORDING?

Wir brauchen natürlich zu aller erst einen Computer, ein Programm und ein Mikrofon. 

Was für ein Programm du benutzt, ist für den Anfang egal. Falls du kostenlose Programme suchst, habe ich hier einen Link zu einer Liste von kostenlosen Programmen: 

Ich benutze für meine Songs das Programm Ableton Live. Aber das ist für dich egal, weil so ziemlich jedes Programm die Werkzeuge hat, die wir fürs Vocal-Mixing brauchen. Und auch welches Mikrofon du benutzt, ist zweitrangig. Ich habe die letzten 8 Jahre mit einem 85€ Mikrofon aufgenommen (AKG P120). 

Hier ein Link zu diesem Mikrofon: AKG P120

RECORDING FEHLER

Beim Aufnehmen gibt es gar nicht so viel, was man falsch machen kann. Aber hier mal ein paar Fehler, die du vermeiden solltest:

  1. 1. Fehler: Im Badezimmer aufnehmen

   Irgendwie geht seit Jahren ein Gerücht herum, dass Badezimmer guten Sound bieten. Das trifft vielleicht zu, wenn du aus Spaß einfach mal singen willst, aber wenn es um Vocal-Recording geht, solltest du immer da aufnehmen, wo es am wenigsten hallt. Vielleicht in deinem Schlafzimmer, hinter einer Couch, im Kleiderschrank – egal wo – Hauptsache keine riesigen, leeren Wandflächen direkt neben dir.

  1. 2. Fehler: Zu nah oder zu weit weg vom Mikrofon aufnehmen

   Sieh zu, dass du ungefähr eine Handlänge Abstand zum Mikrofon beim Aufnehmen hältst. Wenn du zu nah aufnimmst, wird die Stimme zu bassig und matschig im Mix. Zu weit weg fehlt dir der Druck in der Stimme und man hört den Hall vom Raum.

  1. 3. Fehler: Zu laut aufnehmen

   Nicht falsch verstehen – wenn du ins Mikrofon schreien musst, dann mach das. Aber dann darf das Eingangssignal, also die Lautstärke des Signals, das dein Computer vom Mikrofon bekommt, nicht zu laut sein. Diesen Prozess nennt man „Pegeln“. Also man regelt, wie laut das Mikrofon dich aufnimmt. Wenn du dich sehr leise pegelst, ist es nicht ganz so schlimm. Du kannst die Lautstärke der aufgenommen Stimme danach noch anheben. Wenn du dich jedoch zu laut pegelst, wird deine Aufnahme verzerrt, und das kriegt man im Nachhinein nicht mehr weg. Dieses Übersteuern der Aufnahme nennt man „Clipping“. Also lieber etwas leiser aufnehmen, als zu laut.

  1. 4. Fehler: Nicht direkt ins Mikrofon rappen

   Dein Mikrofon hat eine Kapsel auf der Vorderseite eingebaut, in die du rappen solltest. Es gibt Ausnahmen und manchmal macht es mehr Sinn ein bisschen an dem Mikrofon vorbeizurappen, aber das ist ein anderes Thema. Versuch wirklich frontal reinzurappen. Nicht seitwärts, nicht oben drüber oder unten drunter. Und natürlich nicht in die Rückseite des Mikrofons rappen. 

5. Fehler: Hintergrundgeräusche

   Wenn die kleine Schwester gerade schreit oder Papa mit dem Staubsauger rumhantiert, ist es vielleicht nicht die beste Gelegenheit, um super saubere Vocals aufzunehmen. Deswegen achte darauf, dass es ruhig ist. Mach die Fenster zu und zieh dich dahin zurück, wo du ungestört und konzentriert aufnehmen kannst.

VOCAL MIXING

Ich nehme einfach mal an, dass du keine Fehler gemacht und sauber aufgenommen hast. Jetzt geht es ans Mixing. 

1. KOMPRESSOR

Du willst jetzt bestimmt, dass ich sage: „Es gibt ein Geheimnis, was dich direkt besser klingen lässt.“ 

Naja, das stimmt auch so halb. Natürlich braucht man für super Mixing jahrelange Erfahrung und ein geübtes Ohr. 

Aber es gibt ein einziges Plug-In, was dich sofort besser klingen lassen wird. Das ist der Kompressor. Egal welche Marke, egal ob teuer oder umsonst. Der Kompressor ist für Vocals sehr wichtig. 

Wenn ich Songs von „Anfängern“ oder „Amateuren“ höre und denke, dass die Stimme nicht professionell klingt, dann ist es in 9 von 10 Fällen, weil nicht genug Kompression auf der Stimme ist. 

Und wenn wir auf allen Nummer 1 Hits der Welt für eine Minute all die Kompression ausschalten könnten, würden alle Songs viel schlechter klingen. 

Ein Kompressor ist ein Plug-In, also ein Werkzeug in deinem Programm, was wir auf die Stimme legen können, um die Stimme quasi lautstärke-technisch zu zerquetschen. Laute Stellen werden leiser und man presst die Stimme zusammen, damit sie dick und fett wird. Danach kann man die Stimme wieder lauter machen und es wird gleichmäßiger und mehr ausgewogener klingen.

Für Vocals könnt ihr folgende Kompressor-Einstellungen als Grundlage nehmen:

Attack: 1-3 ms

Release: 70-120 ms

Ratio: 3:1 – 5:1

Knee: 0 – 6 db

Threshold: so viel, bis du circa 6-12 db GAINREDUCTION bekommst

Gainreduction: 6-12db

Output/Makeup: so viel, sodass vorher/nachher ungefähr gleich laut sind

Das wichtigste für uns jetzt gerade ist dieser Wert: „GAIN REDUCTION.“ 

Das bedeutet ganz einfach gesagt: Wie stark der Kompressor deine Stimme bearbeitet. 

Wenn du jetzt deinen Kompressor an- und ausschaltest, während der Beat läuft, wirst du den Unterschied hören können. Ohne Kompressor klingt die Stimme einfach schwach und geht manchmal im Beat unter, wohingegen sie mit Kompressor direkt professioneller klingt. 

Wenn du denkst, du willst noch mehr von dem Effekt hören, dann zieh den „Threshold“ Knopf einfach noch mehr runter, sodass der Kompressor noch mehr arbeitet.  

2. EQUALIZER

Ich habe jetzt mit dem Kompressor angefangen, weil es meiner Meinung nach das wichtigste Plugin für Vocals ist, aber in unserer Vocal-Chain sollten wir eigentlich noch ein anderes Plug-In zuerst benutzen. Eines, welches die Stimme bearbeitet, noch bevor der Kompressor eingreift. Dazu nehmen wir ein Plug-In, dass sich Equalizer nennt, oder kurz „EQ“. Ein EQ kennst du vielleicht von deinem Handy oder auch vom Auto. Damit können wir z.b. den Klang bassiger und weniger bassig klingen lassen, etwas brillanter oder dumpfer klingen lassen, oder z.b. auch so ein Telefon-Effekt erzeugen. 

Legt also einen EQ auf eure Vocal-Spur. Achtet dabei darauf, dass ihr den EQ nicht hinter den Kompressor legt. Ich erkläre gleich warum. Was wir mit diesem EQ machen wollen ist ein „LOW-CUT“, also, den Bassbereich der Stimme abschneiden. Keine Sorge, wir werden dadurch keinen Druck verlieren, und die Stimme wird nicht weniger bassig klingen. Es geht hierbei nur darum, den Bassbereich der Stimme, den wir sowieso nicht wirklich hören können und der mit dem Beat zusammen matschig klingt, zu entfernen. 

Mit dem EQ machen wir einen Low-cut, bis ungefähr 100Hz. Alles darunter brauchen wir nicht. 

3. NOCH EIN EQUALIZER 

Nach dem EQ ist jetzt unser Kompressor in der Vocal Chain dann legen wir noch einen EQ hinter den Kompressor. Das heißt, unsere Vocal Chain besteht jetzt aus einem EQ, einem Kompressor und dann nochmal einem EQ. Die Plug-Ins arbeiten so, dass sie der Reihenfolge nach arbeiten. Nicht alle gleichzeitig. Wenn wir den Kompressor als erstes in der Kette hätten, würde er zuerst arbeiten. Ich glaube ihr versteht das Prinzip.

Der erste EQ ist dafür da, Frequenzen aus der Stimme zu nehmen, die stören oder wir nicht brauchen. Danach kommt der Kompressor und macht die Stimme dick, aber er muss jetzt nicht mehr auf den Bassbereich achten, da wir diesen weggeschnitten haben. Bedeutet: Der Kompressor arbeitet effizienter und sauberer. Ein Nachteil eines Kompressors ist aber, dass er hin und wieder Frequenzen (Besonders im Bassbereich) hinzufügt oder lauter macht, ohne dass wir das wollen. Also packen wir hinten den Kompressor noch einen EQ, und machen wieder einen Low-Cut, um übrig gebliebene Bassfrequenzen aufzuräumen. Einfach nur um sicher zu gehen. Diesen zweiten EQ können wir nun auch benutzen, um eventuell gewisse Frequenzen lauter zu machen. Viele mögen es den Mittenbereich der Stimme etwas anzuheben, damit sich die Stimme besser unter dem Beat durchsetzen kann. 

4. De-Esser

Günstige Mikrofone haben oft das Problem, dass die S-Laute zu harsch klingen. Da kommt der De-Esser ins Spiel. Ein De-Esser ist ein Plug-In, das ähnlich wie ein Kompressor arbeitet, aber nicht das ganze Frequenzspektrum der Stimme bearbeitet, sondern nur die S-Laute. Meistens sind die ganz miesen Spitzen der S-Laute bei circa 10000Hz. Also stellen wir unseren De-Esser auf ungefähr diese Frequenz ein und ziehen den Threshold Knopf runter, bis es gut klingt und wir unsere S-Laute etwas gedämpft haben. 

5. EFFEKTE

Bis jetzt haben wir das trockene Klangbild der Stimme bearbeitet. Nun können wir ein paar Effekte hinzufügen, wenn wir wollen. Zwei sehr beliebte Effekte sind zum Beispiel REVERB und DELAY. Ein Reverb fügt eurer Stimme einen künstlichen Hall hinzu. Damit kannst du klingen, als stündest du in einer großen Konzerthalle, einem Schwimmbad, oder in einer kleinen Hütte in den Alpen. 

Ein Delay Plug-In fügt deiner Stimme ein Echo hinzu. Wenn man das präzise einsetzt, kann man damit auch einen künstlichen Raum erzeugen. Besonders beliebt für Delays sind die Adlibs im Rap.   

6. AUTOTUNE (Pitch Correction)

Egal ob der Newcomer aus dem Dorf oder die größten Superstars der Musikwelt; heutzutage benutzt fast jeder Autotune. Leider ist dieses Thema so groß, dass es seinen eigenen Blog/Video verdient. Aber einen nützlichen Tipp kann ich euch geben: Legt euer Autotune Plug-In in eurer Vocal-Chain vor den Reverb und Delay Plug-Ins. Die meisten Programme haben auch leider kein eigenes Pitch Correction Plug-In, aber hier gibt es eine Liste mit kostenlosen Versionen: 

Jetzt sollte eure Stimme schon viel professioneller klingen! Ich freu mich auf eure ganzen Songs, die ihr jetzt hoffentlich auch veröffentlichen könnt! 

Lasst mich wissen, was für Tutorials wir noch machen sollen. Peace!

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