Spotify ist der weltweit größte Streamingdienst und hat auch in Deutschland die meisten User. Besonders spannend für dich ist, dass Spotify als erster Streamingdienst das Playlisten Game demokratisiert hat. Check das Video unten, um zu erfahren, was das heißt und was du tun kannst, um in eine Spotify Playlist zu kommen. Darunter im Text gibt es für dich weitere Infos, welche Möglichkeiten du über das Pitching-System von Spotify for Artists hast und wie du in Playlisten gelangst.

HISTORY

Bis vor ein paar Jahren war die einzige Möglichkeit, deine Musik in allen wichtigen Stores anzubieten, wenn du ein namhaftes Plattenlabel hattest, das an deinen kommerziellen Erfolg geglaubt hat und daran gern mitverdienen wollte. Das Label hat über seinen Vertrieb dann geschaut, dass deine Musik in die Läden kam. Also das physische Produkt zu Saturn, MediaMarkt, Müller, usw.. 

Digital wurde es dann zu iTunes, Spotify und anderen digitalen Plattformen geschickt. Mittlerweile sind auch in Deutschland die CD-Verkäufe eingebrochen – erst recht seit der Corona Krise – und dein Fokus sollte natürlich auf Streaming liegen. Zum Glück boomt das Musik Biz in Deutschland trotz Covid und dank steigender Streaming-Zahlen …falls du eine Extra-Motivation brauchtest, deine Musik ins Streaming zu bringen.
Wie aber komme ich jetzt in eine Playlist?

Im physischen Geschäft war es so, dass die großen Plattenlabels die besten Beziehungen zu MediaMarkt und Saturn hatten. Daher haben sie es über ihre sogenannten Außendienstler geschafft, dass CDs vorne im Regal standen, oder in extra Aufstellern dargestellt wurden. Im Streaming-Zeitalter sind diese Regale nun quasi die Playlisten, die bei über 50 Millionen verfügbaren Tracks, den Usern genau die Musik vorstellen sollen, die sie hören wollen und ihnen helfen, neue Musik für sich zu entdecken bei der riesigen Auswahl. 

Bis vor Kurzem gab es nur eine Möglichkeit in so eine Playlist zu kommen – Der Vertrieb oder Label, bei dem der Künstler unter Vertrag war, hat den Track gepitched, also ein „Key Account Manager“, „Playlist Plugger“, „Streaming Manager“, „Trade Marketing Manager“, oder wer auch immer den besten Kontakt zu dem Editorial Team hat, hat ne Mail geschrieben, angerufen, WhatsApp, DM geschickt an das Editorial Team und die haben das dann berücksichtigt – mehr oder weniger. Jetzt gab es aber in den letzten Jahren eine echt spannende Entwicklung in dem Bereich.

Spotify hat sich 2014 eine Firma gekauft namens The Echonest. Gegründet hat die Firma ein ziemlich smarter Dude vom MIT, die legendäre Elite-Uni in Boston und er hat eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die Songs auf Strukturen durchleuchtet, um herauszufinden, welchem Hörer der Song wohl gefallen könnte. Dieser Machine Learning Algorithmus stellt also aufgrund von Akkord-Struktur, Instrumentierung und Klangfrequenzen fest, welchen anderen Songs der Track ähnelt und wem das dann gefallen könnte. Also ein bisschen wie bei Amazon – dir gefällt die Bosch Winkelschleifer, dann check doch mal die neue Fan-Box von UFO361 aus, das haben auch viele gekauft, die gerne Flexen.

DEMOKRATISIERUNG VOM PLAYLIST PITCH

Seit Ende 2018 kann jeder Künstler, egal ob über einen Bandübernahme Vertrag mit einem Major Label die Songs angeliefert werden oder über TuneCore, seinen nächsten Track direkt über Spotify for Artists pitchen. Da gibst du alle wichtigen Informationen an, was den Song ausmacht, Instrumentierung, Genre, Mood und hast auch ein freies Textfeld, in dem du etwas zu dir und deinem Track erzählen kannst. Dann pitchst du den Song und wenn das spätestens 7 Tage passiert, bevor der Track erscheint, dann läuft ein ziemlich komplexer Vorgang an. 

Spotify nutzt dann nämlich seinen Algorithmus mithilfe von der Software von The Echonest und durchleuchtet alle Songs, die in dieser Woche gepitched wurden. Das sind aktuell so schätzungsweise über 10,000 Songs pro Woche! Auch mit Hilfe des Algorithmus filtert das Editorial Team dann alle dieser Releases, um zu entscheiden, welche Tracks zum Beispiel in die New Music Friday, die Rap Untergrund, oder aber auch die Shisha Lounge gehen.

Außerdem schickt der Algorithmus den Song aber auch in jede algorithmisierte Playlist, von den Nutzern, bei denen der Algorithmus glaubt zu wissen, dass sie deine Musik feiern könnten. Dabei ist natürlich auch wichtig, wie viele monatliche Hörer du bereits hast, denn denen wird der neue Song dann ziemlich sicher genau dort vorgeschlagen, sodass sie drauf aufmerksam werden.

WELCHE PLAYLISTEN GIBT ES? 

Auf Spotify gibt es drei Arten von Playlisten: Editorial Playlisten, Algorithmische Playlisten und Algotorial Playlisten.

Editorial Playlisten werden vom Editorial Playlist Team, also der Spotify Musik-Redaktion, mit Songs bestückt. Da sitzt also ein Team in Berlin, das sich jede Woche durch Songs hört und dann entscheidet, welche Tracks zum Beispiel in die New Music Friday oder die Modus Mio kommen.
Dann gibt es Algorithmische Playlisten. Zum Beispiel Release Radar oder Discover Weekly. Das sind Playlisten, die es immer nur einmal in der Form gibt und genau auf den Geschmack des einzelnen Users zugeschnitten werden. 

Wie macht Spotify das? Natürlich indem sehr viele Daten gesammelt werden, darüber, was ihr so hört. Dann gibt es aber auch noch einen Scanner, mit dem kann Spotify Songs durchleuchten und mithilfe künstlicher Intelligenz feststellen, ob ein Song dem anderen ähnelt und somit quasi herausfinden, ob dich der Song interessieren könnte.

Und dann gibt es auch noch einen Mix daraus. Playlisten, wie „Wochenende“, “Rap in Deep” oder „Deutschrap Royal“ sind Playlisten, die sowohl vom Kuratoren-Team aus Berlin, als auch von einem Algorithmus bestimmt werden. Heißt, die Playlist sieht nicht für jeden gleich aus, sondern ist auf deinen persönlichen Hörgeschmack angepasst, aber ein Editorial Team hat dabei die Songs in die nähere Auswahl genommen.

MARKETING-STRATEGIE & COMMUNITY AUFBAUEN FÜR NACHHALTIGE PERFORMANCE

Im Allgemeinen sollte für dich klar sein: Playlisten sind natürlich nice to have und können dich vielen weiteren Menschen vorstellen, die dich oder deinen neuen Track noch nicht kannten. Was aber echt viel wichtiger und nachhaltiger ist, ist dass du dir eine Promotion und Marketingstrategie aufbaust. Über deine eigenen Kanäle kannst du dann dafür sorgen, dass jeder weiß, dass du einen neuen Song draußen hast. Darüber werden dann organische Streams erzeugt, also ohne, dass jemand über eine Playlist deinen Song gestreamt hat. Das hilft enorm bei der Performance des Songs.

Weiterer wichtiger Faktor ist zum Beispiel eine niedrige Skip Rate. Diese gibt an wie häufig der Song zwischen Sekunde 30 (ab dann zählt ein Stream) und Sekunde 60 abgebrochen wird. Im Gegensatz dazu schauen sich Spotify, Deezer, Apple Music, Amazon Music usw. auch die Save Rate an. Hier geht es darum, wie häufig dein Song mit einem Herz markiert wurde und dann aus der eigenen Bibliothek abgespielt wird. Ebenso hilft die Repetition Rate, also ob der Song wiederholt gespielt wird, oder die Completion Rate, die angibt, wie oft der Track komplett zu Ende gehört wird.

All das sind wichtige KPIs (Key Performance Indicators), ein Zeichen für den Algorithmus und letztlich auch die Redaktion bei Spotify und auch bei vielen weiteren Streamingdiensten, deinen Song in Playlisten aufzunehmen.

Weitere Tipps&Tricks verrät dir auch Kelvyn Colt zum Beispiel hier in seinem Talk mit TuneCore zum Thema „Community Aufbau“.

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